Arztbesuche

Arztbesuche mit Flüchtlingen wirken in formaler Hinsicht auf den ersten Blick etwas umständlich, deshalb sollen hier die Abläufe beschrieben werden. Selbstverständlich sind in diesem Text auch immer die weiblichen Formen gemeint (Ärztinnen, Patientinnen ...), es wird nur aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht jedes Mal aufgeführt. Beachten Sie bitte auch das Thema "Medizin und Gesundheit" in der Linksammlung.
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Allgemeinmediziner oder Hausarzt, Kinderarzt, Medikamente

Bei Beschwerden aller Art ist ein Allgemeinmediziner immer die erste Anlaufadresse, für Kinder ein Kinderarzt. Vor dem ersten Arztbesuch muss in der Samtgemeindeverwaltung ein Krankenschein für den betreffenden Flüchtling angefordert werden. Dieser Krankenschein kann dort direkt abgeholt werden, und er ist jeweils bis zum Quartalsende gültig, so dass bis dahin Folgebesuche bei diesem Arzt jederzeit möglich sind. Dazu sollten unsere Flüchtlinge dann jeweils ihren Ausweis mitnehmen, was Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Praxispersonal vermeiden hilft. Der letzte Satz unten auf dem Krankenschein fordert die Arztpraxis auf, Rezepte als gebührenfrei zu kennzeichnen, wichtig für das folgende.

Werden verschreibungspflichtige Medikamente verschrieben (rosa Rezept, genauere Erläuterungen hier), sollte man darauf achten, dass dort das Kreuzchen für "gebührenfrei" gesetzt ist, ggf. muss die Praxis darauf hingewiesen werden. Nützlich sind in jedem Fall Einnahmeanweisungen in verschiedenen Sprachen, die hier heruntergeladen werden können. Zum Vergleich sollte unbedingt die deutsche Version vorliegen.

Vereinzelt kann es vorkommen, dass so ein Rezept mit dem Vermerk "Genehmigungspflichtig" versehen ist, z.B. bei orthopädischen Hilfsmitteln. In solchen Fällen muss ein Kostenvoranschlag eingeholt werden, z.B. in einer Apotheke oder in einem Sanitätshaus. Dieser Kostenvoranschlag wird durch Frau Krentz nach Wolfenbüttel geschickt, wo über die Genehmigung entschieden wird.

Manchmal werden auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf Privatrezept verordnet (meist ein blaues Formular), z.B. gängige Schmerz- oder Schnupfenmittel, die es für jedermann auch rezeptfrei gibt. Diese Medikamente müssen immer selbst bezahlt werden.

Facharzt, mit Überweisung

Für den Besuch eines Facharztes ist in der Regel die Überweisung des Hausarztes nötig. Falls der Patient dort schon bekannt ist, kann man diese Überweisung dort als Helfer auch allein abholen, vorsichtshalber vorher in der Hausarztpraxis anrufen. Wenn man das Überweisungsformular hat, wird zuerst bei einem Facharzt ein Termin vereinbart, dann wird in Baddeckenstedt ein besonderer Behandlungsschein ausgestellt, der nur für den genannten Facharzt und auch nur für diesen einen Termin gilt. Gibt es Folgetermine bei diesem Facharzt, muss jedes Mal wieder ein Behandlungsschein für den jeweiligen Termin ausgestellt und in Baddeckenstedt angefordert bzw. abgeholt werden.

Ebenso wie beim Hausarzt sollen ggf. rosafarbene Rezepte – wie auf dem Behandlungsschein vermerkt – von der Arztpraxis als gebührenfrei gekennzeichnet werden.

Facharzt, ohne Überweisung

Es gibt Fachärzte, für die keine Überweisung vom Hausarzt nötig ist, dazu gehören:

Hier wird zuerst ein Termin mit einer Praxis vereinbart, und für diesen Termin wird dann in Baddeckenstedt der Behandlungsschein ausgestellt. Sind schon Folgetermine bekannt, kann der Behandlungsschein entsprechend auch dafür ausgestellt werden.

Bisher von Flüchtlingen besuchte Ärztinnen und Ärzte

Krankenhausaufenthalt

Falls einer der Flüchtlinge mal einen Krankenhausaufenthalt hat (nach Überweisung vom Arzt oder im Notfall) und kein Ehrenamtlicher für den Rücktransport greifbar ist, soll im Krankenhaus vor der Rückfahrt ein Taxitransportschein angefordert werden. In diesem Fall trägt die Krankenkasse die Kosten. Wird das versäumt, ist eine nachträgliche Erstattung der Kosten nicht möglich.