Persönliche Papiere, Ausweise

Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA)

Nach Deutschland einreisende Flüchtlinge und Asylbewerber werden im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Dabei arbeiten Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und Bundesverwaltungsamt (BVA) zusammen. Diese Registrierung führt dazu, dass eine AZR-Nummer zugeteilt wird. Der Landkreis stellt eine BÜMA-Bescheinigung in Form von DIN A4-Blättern aus, die einige Daten zur Person (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, zugewiesener Wohnort mit Adresse), die AZR-Nummer sowie ein Passfoto enthält. Minderjährige Kinder werden bei einem der Elternteile mit eingetragen.
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Mit dieser BÜMA-Bescheinigung muss sich der Flüchtling zunächst als "Personalausweis" begnügen, außerdem muss sie alle zwei Monate verlängert werden. Darin steht außer den persönlichen Daten folgender Text:

"Der / Die Obengenannte hat sich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylsuchender gemeldet und wurde der Samtgemeinde Baddeckenstedt zugewiesen. Die formelle Antragstellung und Asylanhörung durch das BAMF steht noch aus.

Bis zur formellen Asylantragstellung und Asylanhörung wird der Aufenthalt in entsprechender Anwendung des § 56 Abs. 2 AsylVfG räumlich auf den Landkreis Wolfenbüttel beschränkt. Ein vorübergehender Aufenthalt im Bundesgebiet ist erlaubt.

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde erlaubt. Der / Die Obengenannte ist verpflichtet, in der Samtgemeinde Baddeckenstedt zu wohnen. Diese Bescheinigung wird am Tage der formellen Asylantragstellung bzw. Asylanhörung beim BAMF, spätestens jedoch mit Ablauf des (Datum) ungültig."

Für uns als Helfer wäre es eine Aufgabe, darauf zu achten, dass unsere Flüchtlinge dieses Papier - so wie einen Personalausweis - stets bei sich tragen und dass es rechtzeitig zum Ablaufdatum verlängert wird. Dazu wird das Original bei der Samtgemeinde abgegeben, die es zur Verlängerung nach Wolfenbüttel schicken muss. Der Flüchtling erhält als Ersatz eine Kopie der abgelaufenen bis zum Eintreffen der verlängerten BÜMA-Bescheinigung.

Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung

Eine Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung hat schon mehr Ähnlichkeit mit einem Ausweis und wird dann ausgestellt, wenn der Asylantrag beim BAMF gestellt wurde. Zum Empfang dieses Papiers erhält der Flüchtling einen Termin in der Ausländerbehörde beim Landkreis. Als Helferaufgabe könnte die entsprechende Fahrt zu diesem Termin in Frage kommen, und auch hier ist eine recht kurze Gültigkeitsdauer von drei Monaten zu beachten. Die Verlängerung erfolgt, wie bei der BÜMA, über die Samtgemeinde.

Ist der Asylantrag gestellt, kommt irgendwann eine Einladung zur Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Diese Anhörungen werden für unsere Flüchtlinge in Braunschweig oder Friedland durchgeführt. Beschreibungen der Örtlichkeiten finden Sie unter Landesaufnahmebehörde. Ist die Anhörung erledigt, erhalten die Flüchtlinge früher oder später einen Bescheid (das kann durchaus innerhalb weniger Tage geschehen), in dem sie entweder in irgendeiner Weise (Asyl, Flüchtlingsschutz, Subsidiärer Schutz) anerkannt werden oder auch nicht. Jetzt beginnt eine Frist von 14 Tagen, um gegen den Bescheid Klage vor dem Verwaltungsgericht zu erheben, das wird in der Regel nur bei abgelehnten Bewerbern nötig sein. Ansonsten geschieht in diesen 14 Tagen erst mal nichts weiter, auch nicht bei Anerkennung von Gründen für eine Aufenthaltserlaubnis.

Anerkannte Flüchtlinge müssen diese 14 Tage (oder eher 3 - 4 Wochen) ruhig bleiben, bis ein zweiter Brief vom BAMF kommt, der die Rechtskräftigkeit des Bescheids feststellt. Erst dann geht es weiter, erste Anlaufstelle ist jetzt das Ausländeramt Wolfenbüttel. Wie es dann in der Praxis weitergeht, lesen Sie bitte unter Arbeit für Asylbewerber.

Übersicht zum Ablauf eines Asylverfahrens

Aufenthaltserlaubnis

Eine gute Übersicht zum Thema Aufenthaltserlaubnis finden Sie in dieser Übersicht.