Verbraucherschutz für Flüchtlinge

Flüchtlinge sind aufgrund fehlender oder unzureichender Sprachkenntnisse besonders gefährdet durch Werbung, wie sie auch uns Einheimischen täglich in den Briefkasten flattert, oder durch betrügerische Abzockmethoden an der Haustür, am Telefon und in Fußgängerzonen. Auch sind sie aufgrund ihrer Herkunft nicht unbedingt an funktionierende und verlässliche Rechtssysteme gewöhnt, die sie schnell in allerlei Fallen tappen lassen, die am Ende richtig teuer werden können.
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Es sollen hier deshalb einige Hinweise für Helfer zusammengestellt werden, wie man Flüchtlinge möglichst vor üblen Dingen bewahren kann, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Eine wertvolle Hilfe ist die Internetseite der Verbraucherzentrale Niedersachsen, die eine besondere Rubrik für Flüchtlinge enthält.

Bei schon entstandenen Schäden oder ungewollt eingegangenen Verträgen bietet die Verbraucherzentrale für Flüchtlinge (und andere Sozialhilfeempfänger) kostenlose Beratung an, die für uns nächstgelegenen Beratungsstellen sind Braunschweig oder Hannover, eine Terminvereinbarung ist in manchen Fällen erforderlich, außerdem wäre ein Übersetzer wünschenswert.

Zum Thema Bankkonto sei hier auf die besondere Seite dazu verwiesen.

Damit es gar nicht erst zu Problemen kommt

Besonders sinnvoll erscheint hier der Hinweis auf den Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung, ohne die es im ungünstigen Fall langfristig sehr teuer werden kann (Beispiel: Schaden bei anderen schuldhaft verursacht - derzeit nichts beim Flüchtling zu holen - aber Pfändungstitel mit 30 Jahren Gültigkeit). Merkblätter dazu sind dort in mehreren Sprachen zu erhalten, am besten herunterladen, ausdrucken und verteilen.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Seite der Verbraucherzentrale ist die Information zu Postsendungen (Einschreiben), da es häufig vorkommt, dass unsere Flüchtlinge auf Schreiben von Behörden meistens bis zu einem bestimmten Datum antworten müssen. Hier sind sie auf der sicheren Seite, wenn sie ihre Antwortbriefe als Übergabe-Einschreiben versenden.

In den Briefkästen unserer Flüchtlinge findet sich zunehmend auch Werbung, die sie oft nicht von wirklich wichtiger Post unterscheiden können, und die in der Regel sofort in den Mülleimer gehört. Ein guter Hinweis ist die fehlende Anschrift auf solchen Poststücken, d.h. wenn dort keine Adresse mit Vorname, Name, Straße, Hausnummer, PLZ und Ort zu finden ist, kann es nichts Wichtiges sein, also weg damit.

Zunehmend kommt das Thema Autofahren und Autokauf auf, Voraussetzung ist aber erst einmal eine in Deutschland gültige Fahrerlaubnis. Informationen und Merkblätter in verschiedenen Sprachen dazu gibt es hier beim Bundesverkehrsministerium. Selbst wenn diese Bedingung erfüllt ist, müssen unsere Flüchtlinge über feste Kosten und Zulassungsbedingungen des Autobesitzes aufgeklärt werden, z.B. jährliche Kosten für Steuer und Versicherung sowie die TÜV-Untersuchung alle zwei Jahre.